Symrise Annual Report 2015 Symrise Annual Report 2015Symrise Annual Report 2015
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Aus der
Nachhaltig­keitsbilanz

In unserer Nachhaltigkeits­berichterstattung folgen wir den G4-Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) „In Übereinstimmung – Umfassend“. Das heißt, wir legen zu allen wesentlichen Themen vollständig Rechenschaft ab. Den Prozess und das Ergebnis unserer Wesentlichkeitsanalyse, unsere strategische Nachhaltigkeitsagenda und unsere Grundsätze beschreiben wir im folgenden Kapitel. Alle quantitativen und qualitativen Informationen stellen wir gesammelt online zur Verfügung, die gemäß dem AA1000 Assurance Standard einer externen Prüfung unterzogen wurden. Zusätzlich erfüllen wir dort auch die Anforderungen einer Communi­cation on Progress im Rahmen des UN Global Compact, der weltweit größten freiwilligen Initiative zur unternehmerischen Verantwortung.

Nachhaltige
Wertschöpfung

Herausforderungen auf globaler Ebene

Die Herausforderungen, vor denen Wirtschaft und Gesellschaft heute stehen, sind immens: Ressourcenknappheit, demografischer Wandel, Armut, Klimawandel oder schwindende Artenvielfalt sind hier nur einige Beispiele. Vor dem Hintergrund eines erwarteten Bevölkerungswachstums bis 2020 von rund 78 Millionen Menschen pro Jahr werden diese Herausforderungen noch weiter verschärft und verlangen nach raschen und umfassenden Lösungen. In dem Bestreben, die internationale Staatengemeinschaft auf eine zukunftsfähige Entwicklung zu verpflichten, verabschiedeten die Vereinten Nationen im September 2015 die Sustainable Development Goals (SDG). Die formulierten 17 Ziele lösen die bis dato gültigen Millennium-Entwicklungsziele ab und erweitern den bisherigen Fokus auf Armutsbekämpfung um eine globale ökologische Dimension. Um diese ambitionierten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, bedarf es nicht nur der richtigen Rahmenbedingungen auf politischer Ebene. Auch die aktive Mitwirkung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist gefordert.

Symrise sieht sich hier in der Verantwortung. Unsere Branche wie auch unser Unternehmen sind von den globalen Herausforderungen unmittelbar betroffen: Mit unserem Geschäftsmodell tragen wir zur Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse nach Gesundheit, Ernährung, Pflege und Wohlbefinden bei. Dabei sind viele der traditionellen Produktionsprozesse energieintensiv, setzen potenziell klimaschädliche Emissionen frei und nutzen wertvolle natürliche Ressourcen. Gleichzeitig sind wir für innovative und nachhaltige Produkte auf eine neue Generation gut ausgebildeter Mitarbeiter ebenso wie auf eine reichhaltige Artenvielfalt angewiesen, aus der wir Kreativität und Inspiration schöpfen können.

Unser Beitrag: always inspiring more

Wir können daher unser unternehmerisches Handeln nicht isoliert betrachten, sondern leben und fördern ökologische und soziale Verantwortung in dem gesellschaftlichen Umfeld, in dem wir vernetzt sind. Und wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dieses Umfeld so zu gestalten, dass sich sowohl unser Unternehmen und seine Kunden, aber auch unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft positiv und nachhaltig darin entwickeln können. Dabei suchen wir gemäß unserem Leitbild „Sharing Values“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Rohstofflieferanten bis zum Endverbraucher – stets nach gemeinsamen Wegen und Lösungen, von denen alle profitieren. Denn nur so können wir letztlich auch für Symrise ein nachhaltiges Wachstum gewährleisten.

Unsere integrierte Unternehmensstrategie wird gestützt von den vier Säulen unserer Nachhaltigkeitsagenda: Footprint, Innovation, Sourcing und Care. In diesen Bereichen wollen wir die negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit konsequent minimieren und unseren gesellschaftlichen Mehrwert steigern. Damit tragen wir aktiv zur Erreichung der Sustainable Development Goals bei. Über ausformulierte kurz-, mittel-, und langfristige Ziele lassen wir uns an unseren Ambitionen messen (Unsere Werte, Ziele, Verantwortung). Erfolge und Rückschläge auf unserem Weg zum nachhaltigen Wirtschaften stellen wir transparent dar. Im Zuge der angestrebten weiteren Integration unserer Berichterstattung werden wir diese Ziele in den nächsten Jahren weiter ausgestalten: Durch eine engere Verzahnung von finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren wollen wir die Geschäftsrelevanz unseres Nachhaltigkeitsengagements noch deutlicher demonstrieren.

„commit to action“

Symrise unterstützt das Projekt „commit to action“ der Investoren­initiative CDP und We Mean Business. Im Rahmen der UN-Klimakonferenz (COP 21), die im Dezember 2015 in Paris stattfand, riefen sie Unternehmen zu ambitioniertem und entschlossenem Handeln für den Klimaschutz auf. Symrise verpflichtete sich dabei zu den Initiativen „Commit to report climate change information in mainstream reports as a fiduciary duty“ und „Commit to responsible corporate engagement in climate policy“.

Footprint:

Wir minimieren unseren ökologischen Fußabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dadurch tragen wir auf der einen Seite zur Ressourcenschonung und Verringerung von Umweltauswirkungen bei, und betreiben auf der anderen Seite aktives Risikomanagement. Zudem sparen wir Kosten durch Effizienzsteigerungen.

Innovation:

Wir maximieren den sozialen und ökologischen Mehrwert unserer Produkte. Durch die konsequente Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien in der Produktentwicklung schaffen wir ressourcenschonende und geschäftssteigernde Effekte nicht nur innerhalb unserer eigenen Wertschöpfung, sondern können auch das Konsumentenverhalten positiv beeinflussen.

Care:

Wir schaffen bleibenden Wert für unsere Mitarbeiter und unsere Standortgemeinden. Neben der Stärkung der In­frastruktur und Gemeinschaft gewinnen wir neue Talente und steigern die Motivation unserer Mitarbeiter.

Sourcing:

Wir entwickeln die Beschaffung unserer Rohstoffe und deren Lieferketten nachhaltig. Eine langfristig stabile Versorgung mit qualitativ hochwertigen Rohstoffen steht hierbei ebenso im Mittelpunkt wie größtmögliche Transparenz und Kontrolle der ökologischen und sozialen Auswirkungen.

Als weltweit tätiges Unternehmen im Flavor und Fragrance Bereich unterstützt Symrise aktiv die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Um sowohl die Relevanz der einzelnen Ziele als auch die Einflussmöglichkeiten von Symrise zu bestimmen, haben wir im Berichtszeitraum eine diesbezügliche Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Die entsprechenden Ergebnisse sind hier dargestellt und werden näher erläutert.

Integriertes
Nachhaltig­keitsmanage­ment

Organisation und Umsetzung

Die konzernweite Verantwortung für das Nachhaltigkeitsmanagement liegt beim Symrise Sustainability Board, einem globalen und segmentübergreifenden Gremium. Zu seinen zentralen Aufgaben gehört, Nachhaltigkeit kontinuierlich in unsere Kernprozesse zu integrieren und Nachhaltigkeitsziele zu definieren, die in den Geschäftsbereichen umgesetzt werden. Das Sustainability Board kommt mehrmals im Jahr zusammen, um sicherzustellen, dass nachhaltigkeitsrelevante Themen und Belange wichtiger Stakeholdergruppen in der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt werden. Gemeinsam mit den Vertretern der Stabsbereiche Corporate Compliance und Corporate Communications stellen die Nachhaltigkeitsverantwortlichen der beiden Geschäftssegmente Flavor & Nutrition und Scent & Care das sogenannte Sustainability Core Team, dem die operative Steuerung der Nachhaltigkeitsagenda obliegt. Das Team berichtet vierteljährlich direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Symrise AG.

Nachhaltigkeit in den Unternehmensprozessen steuern wir über unser integriertes Managementsystem. Es basiert auf den internationalen Standards zu Qualität (ISO 9001), Umwelt (ISO 14001), Arbeitsschutz (OHSAS 18001), Nachhaltigkeit (ISO 26000), Energie (ISO 50001), sozialer Verantwortung (SA 8000), den allgemein anerkannten Auditstandards der Global Food Safety Initiative (GFSI) sowie weiteren lokal anerkannten Standards.

Ein weltweites Netzwerk freiwilliger Nachhaltigkeitsbotschafter schärft das Bewusstsein für unsere Nachhaltigkeitsagenda: „Care Teams” tragen mit gezielten Initiativen in allen regionalen Headquarters des Unternehmens und an zahlreichen weiteren internationalen Standorten dazu bei, Nachhaltigkeit direkt vor Ort umzusetzen und so noch tiefer in unser tägliches Handeln zu integrieren. Unser erklärtes Ziel ist es, dass letztlich jeder einzelne unserer Mitarbeiter als Nachhaltigkeitsbotschafter agiert und sich seiner individuellen Rolle und seines Beitrags bewusst ist.

Führungskräften aus allen Bereichen kommt eine besondere Verantwortung zu, das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Team zu operationalisieren und konkrete Ziele zu setzen. Bereits seit 2013 sind Nachhaltigkeitsziele Bestandteil der individuellen Zielvorgaben aller Führungskräfte. Vergütet werden unter anderem die Reduktion unserer CO2-Emissionen (Scope 1 und 2), die nachhaltige Ausrichtung unseres Innovationsprozesses oder der Bezug von Rohstoffen aus nachhaltigen Quellen. Um das Bewusstsein für das Thema weiter zu stärken, fanden Ende 2014 eine Reihe von Integrationsworkshops für Führungskräfte zum Thema Nachhaltigkeit an unseren Standorten in Paris, New York und Holzminden statt. Die Beschäftigung mit konkreten Fallbeispielen und persönlichen Zielen hilft dabei, das Thema Nachhaltigkeit im täglichen Miteinander wie auch dem operativen Geschäft weiter zu verankern.

Unsere wesentlichen Themen

Bei der Weiterentwicklung und Ausgestaltung unserer integrierten Unternehmensstrategie spielt das Sustainability Board eine entscheidende Rolle. 2014 führte es eine umfangreiche Überprüfung der strategischen Ausrichtung unseres Nachhaltigkeitsengagements durch. In diesem Rahmen wurden die unterschiedlichen Nachhaltigkeitsthemen basierend auf unserem Ansatz „Sharing Values“ nach ihrem „Wert für die Gesellschaft“ und „Wert für Symrise“ bewertet und die Themen mit dem größten Potenzial für eine gemeinsame Wertschaffung identifiziert. Die Prioritäten unserer wichtigsten Anspruchsgruppen ermittelten wir im Rahmen unseres am AA1000 Stakeholder Engagement Standard orientierten Stakeholdermanagements, in dessen Mittelpunkt der enge Austausch mit unseren wichtigen Anspruchsgruppen steht. Dazu zählen insbesondere Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre, Nachbarn, Politik, Nichtregierungsorganisationen und unsere Geschäftspartner.

Vor dem Hintergrund der Entwicklungen während des Berichtsjahrs und der Integration der Diana Gruppe fand 2015 eine Validierung der Ergebnisse statt. Den Handlungsfeldern „Gewährleistung höchster Produktsicherheit“, „Anlagensicherheit“, „Einhaltung der Menschenrechte“ und „Compliance“ wurde dabei ein höherer „Wert für Symrise“ zugeschrieben. Neu ergänzt wurde zudem das Handlungsfeld „Tierwohl“.

Neben der strategischen Orientierung dient uns die Identifikation wesentlicher Themen gleichzeitig zur Strukturierung unserer Berichterstattung gemäß den GRI G4-Leitlinien: Zu Themen, denen ein hoher Wert sowohl für Symrise als auch für die Gesellschaft zugeordnet wurde, berichten wir vollständig. Über Themen, die eine hohe Relevanz in nur einer Dimension aufweisen, berichten wir mit mindestens einem Indikator. Über unsere Nachhaltigkeitsleistungen und Kennzahlen legen wir in unserer Nachhaltigkeitsbilanz umfangreich Rechenschaft ab.


In der Wesentlichkeitsmatrix sind drei Dimensionen vereint: Auf der x-Achse spiegelt sich der „Wert“ der jeweiligen Handlungsfelder für Symrise – die y-Achse zeigt den „Wert für die Gesellschaft“. Die Größe der Handlungsfeldkreise steht für das Ausmaß der Erwartungen, die dem jeweiligen Handlungsfeld aus Perspek­tive der wesentlichen Stakeholdergruppen zukommt.

Footprint

Die Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Umwelt reichen von der Rohstoffbeschaffung und -verarbeitung über die Produktentwicklung und Produktion bis hin zur Logistik. Deshalb kontrollieren und bewerten wir die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen, Umweltauswirkungen zu verringern und Risiken vorzubeugen.

Unsere Fortschritte im Bereich Ressourcenschonung und Emissionsreduzierung stellen wir unter anderem durch die Teilnahme an der unabhängigen Investoreninitiative CDP jährlich unter Beweis. 2015 wurde Symrise mit der bestmöglichen Bewertung 100 A in die „Climate A“ Liste aufgenommen. Mit diesem Ergebnis führt Symrise im Sektor Energie und Rohstoffe in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) sowie im MDAX und gehört zu den Top 100 Unternehmen weltweit, die das CDP in der Climate A Liste führt. Das CDP bescheinigt Symrise dabei anspruchsvolle Strategie- und Zielsetzungen sowie außergewöhnliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels. Dazu gehört, dass wir bereits seit 2011 auch unsere indirekten Emissionen gemäß Scope 3 des GHG-Protokolls erheben und offenlegen. Aktuell erfassen wir sämtliche wesentlichen Scope 3 Emissionen.

Eine effiziente Rohstoffnutzung steht im Mittelpunkt unserer Anstrengungen. So entwickeln wir beispielsweise eigene Technologien wie unser patentiertes SymTrap® Verfahren. Damit können wir geschmacksaktive Komponenten vollständig aus den Seitenströmen der Rohstoffverarbeitung herauslösen und so eine maximale und gleichzeitig energiesparende Ressourcenausbeute erzielen. Dass Effizienzsteigerungen nicht nur Umweltauswirkung, sondern zugleich Kosten reduzieren, stellt zudem unsere Initiative Symchronize™ unter Beweis (Siehe: Erfindergeist). Durch dieses gemeinsam mit Kunden entwickelte, integrierte Supply Chain Management identifizieren wir entsprechende Ansatzpunkte und Potenziale, um unseren Energie-, Wasser- und Ressourcenverbrauch sowie unsere Emissionen zu reduzieren. Unser Anspruch: Exzellenz in der Supply Chain.

Ein essentielles Handlungsfeld ist für uns der Erhalt der Biodiversität. Der Artenreichtum der Natur ist für uns eine unersetzbare Quelle natürlicher Rohstoffe und Inspiration für neue Aromen und Düfte. Unser Biodiversitätskonzept reicht dabei weit über unsere Unternehmensstandorte hinaus: Neben der naturnahen Gestaltung unserer Firmengelände sowie der ökologischen Sensibilisierung unserer Mitarbeiter wollen wir unsere global vernetzten Lieferketten so gestalten, dass sie dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Biodiversität dienen. Dadurch sichern wir uns nicht nur eine langfristig stabile Versorgung mit qualitativ hochwertigen Naturrohstoffen, sondern tragen – auch im Interesse zukünftiger Generationen – aktiv zur Umsetzung der Ziele der UN Biodiversitätskonvention bei.

Wir betrachten auch Themen, die zukünftig Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeiten haben oder durch diese negativ beeinflusst werden können. Eines davon ist das Thema Wasser: In den nächsten Jahrzehnten wird diese wichtige Ressource in vielen Regionen der Erde zu einer Mangelware werden. Aktuell hat Symrise keine Standorte, die sich jetzt oder in naher Zukunft in Wasserrisikogebieten befinden. Um Risiken frühzeitig zu erkennen, haben wir hierzu auch unsere Lieferkette im Blick und stehen in regelmäßigem Austausch mit unseren Lieferanten. Das Engagement von Symrise im Bereich Wasser wurde im Rahmen des CDP Water Program 2015 mit der zweitbesten Bewertung versehen (B) und liegt damit weit über dem CDP-Durchschnitt (D).

Innovation

Innovation ist die Basis unserer Arbeit und gleichzeitig unsere Kernkompetenz. Dafür investieren wir umfassend in Forschung und Entwicklung und kooperieren eng mit Universitäten, Forschungsinstituten oder unseren Kunden (Siehe auch: Endlose Vielfalt). Dabei liegt die Herausforderung darin, Produkte zu entwickeln, die sowohl unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen von Konsumenten entsprechen als auch gleichzeitig einen nachhaltigen Mehrwert für unsere Kunden und die Gesellschaft schaffen können.

Innovative und nachhaltige Produktlösungen erreichen wir durch einen Fokus auf grüne Chemie, natürliche Rohstoffe, Ressourceneffizienz in der Produktion, fortschrittliche Technologien und intelligente Vernetzung. Für jede strategische Produktgruppe erarbeiten wir ein individuelles Nachhaltigkeitskonzept. Hierfür haben wir 2015 ein neues Bewertungssystem entwickelt, das uns ermöglicht, für jedes Produkt den spezifischen Nachhaltigkeitsimpact auszuweisen – sei es beispielsweise hinsichtlich Energieeinsatz oder Wasserverbrauch. So können wir und unsere Kunden noch gezielter Einfluss auf die Produktentwicklung nehmen und das jeweilige Endprodukte in dieser Hinsicht optimieren.

Konsumenten bevorzugen Produkte mit natürlichen statt synthetischen Inhaltsstoffen. Der Anteil natürlicher Rohstoffe an unserem Portfolio ist insbesondere durch den Zukauf von Diana weiter gestiegen. Eine vollständige Umstellung auf natürliche Rohstoffe streben wir jedoch nicht an – sie würde in vielen Fällen komplexe soziale und ökologische Folgewirkungen mit sich bringen. Zum einen wird in der Herstellung synthetischer Rohstoffe meist weniger Energie und Wasser benötigt als beim Anbau, der Ernte und dem Transport der natürlichen Variante. Zum anderen steht eine stärkere Nutzung natürlicher Rohstoffe häufig in Flächenkonkurrenz mit der Lebensmittelproduktion und gefährdet den Erhalt von Biodiversität durch Monokulturen. Im Fall von synthetischem Menthol – das Symrise bereits seit über 30 Jahren herstellt – ist der CO2-Fußabdruck etwa zehn Mal niedriger als bei Menthol aus echter Pfefferminze.

An erster Stelle steht bei allen unseren Produkten die Sicherheit. Das Competence Center Global Product Compliance ist für die Gewährleistung höchster Produktsicherheit zuständig. Es verantwortet die Umsetzung regulatorischer Anforderungen, nimmt die toxikologische Bewertung von Rohstoffen und Produkten vor und bereitet die Daten für die Kunden und Mitarbeiter weltweit auf.

Globale Grundlage für den verantwortungsvollen Umgang mit Produkten und Produktionsprozessen sind unsere Produktsicherheitspolitik und die Good Manufacturing Practice (zu deutsch „Gute Herstellungspraxis“): Diese Richtlinien dienen der Qualitätssicherung bei Produktionsabläufen und in der Produktionsumgebung und gelten für die Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen sowie von Kosmetika, Lebens- und Futtermitteln. Inhaltlich werden sie durch die Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelgesetzgebung definiert.

Viele der Anforderungen sind produktgruppenübergreifend – wie Qualitätsanforderungen, eindeutige Produktkennzeichnungen oder Hygieneanforderungen. Unabhängige Auditierungen und anerkannte Zertifizierungen unterstützen uns dabei, stets höchste Standards zu wahren und diese transparent nachzuweisen. So sind beispielsweise 100 % unserer lebensmittelproduzierenden Standorte nach Standards zertifiziert, die von der Global Food Safety Initiative anerkannt sind.

Sourcing

Der Erfolg von Symrise ist abhängig von einer langfristig stabilen Versorgung mit qualitativ hochwertigen Rohstoffen. Dabei ist die Komplexität unserer Lieferkette enorm: Für unsere weltweit etwa 30.000 Produkte verwenden wir rund 10.000 verschiedene natürliche und synthetische Rohstoffe aus über 100 Ländern. Entsprechend stehen wir hier vor vielfältigen Herausforderungen, die von negativen ökologischen Auswirkungen bei der Rohstoffbeschaffung bis hin zur Wahrung von Sozialstandards in Ländern mit zum Teil problematischen soziopolitischen Bedingungen reichen.

Eine nachhaltige Beschaffung liegt dabei alleine schon in unserem wohlverstandenen Eigeninteresse, um optimale Qualität, eine langfristige Ressourcenversorgung ebenso wie stabile Preise zu sichern. Im Rahmen unseres „Responsible Sourcing-Modells“ setzen wir auf die lokale Rohstoffbeschaffung unserer Standorte, entwickeln Langzeitbeziehungen zu unseren Lieferanten und gehen strategische Partnerschaften mit unseren Schlüsselkunden ein. Durch ein integriertes soziales und ökologisches Engagement vor Ort tragen wir zu einer nachhaltigen lokalen Wertschöpfung bei. Dem Thema Menschenrechte messen wir dabei besondere Bedeutung bei. Wir verpflichten uns dazu, die Menschenrechte einzuhalten, insbesondere die Grundprinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die Konventionen der Vereinten Nationen über Rechte von Kindern und die allge­meine Menschenrechtserklärung.

Um diese Versprechen einhalten zu können, stellen wir hohe Anforderungen an unsere Lieferanten. Neben verpflichtenden Selbst­auskünften zur Nachhaltigkeit prüfen wir Lieferanten mit besonders ausgeprägtem Risiko – etwa bei kritischen Rohstoffen oder bei offenkundig gewordenen Problemen. Alle Symrise Produktionsstandorte sind auf der internationalen Plattform Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) registriert. Mit Hilfe dieses Instruments bewerten wir die Performance unserer Hauptlieferanten hinsichtlich Faktoren wie Menschenrechte, Umwelt, Gesundheit und Sicherheit, Integrität und weiterer ethischer Prüfungspunkte und legen gleichzeitig unsere eigenen Daten gegenüber Kunden offen.

Um unser langfristiges Ziel einer vollständig nachhaltigen Rohstoffbeschaffung zu erreichen, setzen wir uns ehrgeizige Ziele. So haben wir uns beispielsweise beim Thema Palmöl 2015 zu einem Drei-Schritte-Plan verpflichtet: Bis Mitte 2016 stellen wir auf 100 % RSPO „Mass Balance“ zertifiziertes Palmöl um. Bis Ende 2018 arbeiten wir mit unseren strategischen Lieferanten daran, eine vollständige nachhaltige Beschaffung unserer primären Palmölderivate umzusetzen und wollen dies bis Ende 2020 auf die gesamte Beschaffung unserer sekundären Palmölderivate ausweiten. Wir sehen großes Potenzial in Multi-Stakeholder-Ansätzen, bei denen wir zusammen mit Kunden, anderen Unternehmen oder zivilgesellschaftlichen Akteuren gemeinsam nachhaltige Lieferketten schaffen können. So engagieren wir uns seit 2013 als Mitglied der Sustainable Spices-Initiative für eine nachhaltige Transformation der Gewürzbranche oder fördern als Gründungsmitglied des U.S. Roundtable for Sustainable Beef die kontinuierliche Verbesserung der Rindfleisch-Wertschöpfungskette.

Tierwohl besitzt bei Symrise einen hohen Stellenwert. Symrise verarbeitet selbst keine Tiere. Allerdings ist der Anteil an Rohstoffen tierischen Ursprungs durch die Übernahme von Diana leicht gestiegen. In unserer Online-Nachhaltigkeitsbilanz berichten wir dementsprechend umfänglich.

Care

Wir verstehen uns als integraler Bestandteil der Gesellschaft. Daher möchten wir sowohl unseren Mitarbeitern als auch unseren Standortgemeinden ein Umfeld bieten, in dem sie sich nachhaltig entwickeln können. Die Aufgaben, die wir dabei an uns stellen, reichen von der Gewährleistung eines sicheren und gesunden Arbeitsumfelds bis zur Unterstützung der kommunalen Infrastruktur. Zugleich stehen wir wie andere Unternehmen auch vor der Aufgabe, uns im Hinblick auf den demografischen Wandel als attraktives Unternehmen zu positionieren. Dem überdurchschnittlichen Einsatz unserer über 8.000 Mitarbeiter aus über 20 Nationen verdanken wir unseren Erfolg. Um dies auch zukünftig zu sichern, bieten wir unseren Mitarbeitern vielfältige Leistungen und Chancen.

Als attraktiver Arbeitgeber positionieren wir uns durch eine leistungsgerechte Entgeltpolitik, die auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit fußt. Attraktiv machen uns auch Sozialleistungen wie Altersvorsorgeleistungen und konkrete Angebote zur Verbesserung der Balance zwischen Berufs- und Privatleben.

Durch eine gezielte und umfassende Mitarbeiterförderung und -entwicklung schulen wir Nachwuchskräfte und Mitarbeiter für die Anforderungen sich ständig verändernder Märkte und ermöglichen persönliche Weiterbildung im Sinne lebenslangen Lernens. Neben spezialisierten Weiterbildungen beispielsweise für Labor- und Produktionsmitarbeiter zum „Flavokanten“ oder zum „Fachmischer“ bieten wir allgemeine Weiterbildungen wie Sprachkurse oder Projektmanagement- und EDV-Kurse.

Die große Vielfalt und Verschiedenartigkeit unserer Mitarbeiter im Hinblick auf Ethnie, Kultur, Geschlecht, Alter, Religion und andere Aspekte empfinden wir als inspirierend und wertvoll. Vielfalt und Chancengleichheit fördern wir durch ein strukturiertes Diversity-Programm, dessen Kern Richtlinien für die Personaleinstellung und -entwicklung sind. Beispielsweise geben wir bei gleicher Qualifikation lokalen Bewerbern Vorrang, erhöhen den Frauenanteil in Führungspositionen durch gezielte Anreize und strukturelle Veränderungen und vergüten unsere Mitarbeiter unabhängig vom Geschlecht.

Branchenbedingt besitzt das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei Symrise eine besonders hohe Bedeutung. Aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse vor Ort werden die konkreten Maßnahmen und Programme von den Standorten eigenverantwortlich über entsprechende Systeme und Arbeitsgruppen gesteuert. Jeder Produktionsstandort verfügt über einen Arbeitsschutz- und Sicherheitsausschuss, dem sowohl Management als auch Angestellte angehören. Alle Mitarbeiter erhalten für ihre Tätigkeit maßgeschneiderte Gesundheits- und Sicherheitstrainings. Darüber hinaus gibt es Angebote wie beispielsweise eine Gesundheitswoche, in der sich die Mitarbeiter über Themen wie gesunde Ernährung, gesunden Schlaf für Schichtarbeiter und Gesunderhaltung bei der Arbeit informieren können.

Unsere Tochterfirma TESIUM bündelt unsere Kompetenzen rund um die Sicherheit unserer Anlagen und gewährleistet den Schutz von Mitarbeitern, Umwelt und Standortgemeinden. Neben klassischen Sicherheitsaspekten betrachtet TESIUM auch Umwelt- und Energieaspekte über den gesamten Lebenszyklus von Anlagen. Ein wesentliches Instrument ist die Total Productive Maintenance (TPM). Auf dieser Basis erarbeiten Symrise Mitarbeiter kontinuierlich Lösungen und Verbesserungen in hierarchieübergreifenden Teams.

Sustainable Development Goals