Symrise Annual Report 2015 Symrise Annual Report 2015Symrise Annual Report 2015
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»Vernetzt
wachsen«

Herr Dr. Bertram, was bedeutet das für Sie?

Das Ziel ist klar formuliert: In den kommenden Jahren will Symrise seinen Unternehmenserfolg weiter steigern. Nicht als Solist, sondern eng und transparent verbunden mit Kunden, Zulieferern, Partnern und natürlich vor allem den Mitarbeitern. Wie das nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich zu erreichen ist, beschreibt der Vorstandsvor­sitzende, Dr. Heinz-Jürgen Bertram.

Herr Dr. Bertram, Symrise hat mit einem Umsatz ­von 2,6 Mrd. Euro, einem Ergebnis von 572 Mio. Euro und einer EBITDA-Marge von 22,0% wieder ein herausragendes Ergebnis erzielt. Wie erklären Sie diesen Erfolg?

Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Kom­petenzen stark ausgeweitet und uns neue Wachstums­felder erschlossen. Nun gilt es, diese neuen Anwendungsgebiete mit den traditionellen zu verknüpfen. Deshalb setzen wir verstärkt auf Vernetzung auf ­allen Ebenen, mit unseren Kunden, Zulieferern und auch innerhalb des Unternehmens. Wir konnten un­sere Marktposition in allen Regionen ausbauen und das bereits schon große Vertrauen unserer Kunden ­festigen. Dabei haben wir die Verknüpfung von Nachhaltigkeit und wirtschaftlichem Erfolg im Blick. Gleichzeitig haben wir unser Portfolio inhaltlich wie regional so ausgebaut, dass wir­ politische und wirtschaftliche Unwägbarkeiten in einzelnen Ländermärkten abfedern können. Nicht zu­letzt haben wir unsere ­Innovationskraft durch mehr Zusammenarbeit im Unternehmen und mit externen Partnern gestärkt.

Schauen wir auf die einzelnen Felder. Wie genau haben Sie Ihr Portfolio optimiert?

Während wir früher als Anbieter von Düften und Aro­men galten, decken wir heute eine viel größere Bandbreite an Produkten ab, die sich zudem hervorragend ergänzen. Durch die Akquisition des französischen ­Unternehmens Diana, mit dem wir nun das erste komplette Geschäftsjahr gemeinsam absolviert haben, konnten wir nicht nur Umsatz hinzugewinnen, sondern unsere Angebotspalette auf die gesamte Familie ausweiten. Mit Babynahrung und entscheidenden Zutaten für Heimtiernahrung sprechen wir heute ganz andere Verbrauchergruppen und damit auch Marktbereiche an. Zudem nutzen wir für viele gemeinsame Projekte auch die große Bandbreite an natürlichen, nachhaltig gewonnenen Rohstoffen von Diana.

Apropos Akquisitionen: Im Jahr 2015 haben Sie das amerikanische Unternehmen Pinova übernommen. Wie profitiert Symrise hier?

Wir können nun direkt auf eine große Palette an Duftstoffen aus erneuerbaren Rohstoffen zugreifen. Darüber hinaus sind wir in neue Produktfelder vorgestoßen. Zudem stärken wir einen wichtigen Kompetenzbereich, wie den der Mundpflege, wo wir ohnehin schon Marktführer sind. Eine enge Verknüpfung erzielen wir schließlich in angestammten Feldern: Wir kombinieren zum Beispiel aktive Inhaltsstoffe für Kosmetika mit unseren Parfümkompositionen, Probiotika mit Mundpflegeprodukten oder setzen funktionale Inhaltsstoffe in Lebensmitteln ein – und eröffnen damit ganz neue Segmente für uns. Wir setzen dabei auf die Innovationskraft unserer Mitarbeiter, die über Abteilungen, Geschäftsbereiche und Kontinente hinweg zusammenarbeiten. All das erhöht unsere Diversität. Und wir werden so schneller als der klassische Markt für Aromen und Duftstoffe wachsen.

Akquisitionen vergrößern Ihre Rohstoffbasis und das Know-how im Unternehmen. Aber wie vernetzen Sie sich mit Ihren Kunden?

Wir pflegen schon immer eine vertrauensvolle Zusam­menarbeit mit unseren Kunden, die mit unseren Pro­dukten Lebensmittel, Parfüms und Kosmetika herstellen. In den vergangenen Jahren haben wir uns noch enger mit ihnen vernetzt, indem wir uns bei Projekten schon in einem sehr frühen Stadium austauschen und Hand ­in Hand zielführende Lösungen entwickeln. Das beginnt in der Innovationsphase und hört bei der Prozessop­timierung noch lange nicht auf. Außerdem haben wir unsere Marktforschung ausgebaut und verstehen damit die Wünsche und Bedürfnisse der Konsumenten noch besser, was wiederum in der Produktentwicklung zu punktgenauen Landungen führt.

»Wir vernetzen uns noch enger mit unseren Kunden, tauschen uns bei Projekten schon in einem sehr frühen Stadium aus und entwickeln Hand in Hand zielführende Lösungen.«

Sie sprachen zuvor schon die enge Verbindung von wirtschaftlichem Erfolg und Nachhaltigkeit an. Wie sorgen Sie dafür, dass letzteres keine leere Worthülse bleibt?

Indem wir uns in allen Schritten der Wertschöpfungskette immer wieder dessen versichern, was wir tun. Das fängt bei den Rohstoffen an. Wir beziehen sie aus aller Welt und oft aus weniger entwickelten Ländern. Dort sorgen wir – wie zum Beispiel bei der Vanille – dafür, dass die Landwirte vernünftig entlohnt, die Umwelt beim Anbau geschont und Kinderarbeit komplett ausgeschlossen wird. Im Herkunftsland Madagaskar engagieren wir uns seit zehn Jahren auch für Bildung und Gesundheit und haben eine Produktion nach westlichen Umweltstandards aufgebaut. Mehr als 30.000 Menschen leben dort von Symrise. Etwas Ähnliches entsteht gerade im Amazonas-Gebiet in Brasilien. Im Regenwald haben wir in enger Koopera­tion mit Brasiliens bedeutendem Kosmetikhersteller ­Natura einen Standort aufgebaut, der neue, nachhaltige Rohstoffe für Parfüms und Kosmetika erforschen soll. Gleichzeitig ­werden auch dort zahlreiche Familien im regionalen Umfeld von unserem Engagement pro­fitieren.

Welche Ziele setzen Sie für die kommenden Jahre?

Wir wollen bis 2020 jährlich weiterhin bei Umsatz und Ertrag zwischen 5 und 7 % wachsen und dabei eine EBITDA-Marge zwischen 19 und 22 % erzielen. Damit trauen wir uns einiges zu. Um die Ziele zu erreichen, setzen wir weiterhin auf die drei Säulen unserer Geschäftsstrategie: Wir wachsen gemeinsam mit ausgewählten Kunden und in klar definierten Märkten, verbessern unsere Prozesse effizient sowie nachhaltig und weiten unser Portfolio, dort wo es passt, mit Akquisitionen und Beteiligungen aus. Außerdem werden wir ­die Emissionen wie CO2, Abwasser oder andere sensitive Ab­­fälle durch die ständige Weiterentwicklung unserer Prozesse, mit der sich eine Vielzahl an Mitarbeitern in Teams beschäftigt, bis 2020 um ein Drittel senken. Die internationale gemeinnützige Organisation Carbon Dis­closure Project hat uns nicht umsonst im vergangenen Jahr so gut bewertet, dass wir im Sektor Energie und Rohstoffe in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) sowie im MDAX® führend sind und gleichzeitig zu den Top 100 Unternehmen weltweit gehören.

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