Strategie und Analyse | G4-2

Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen

Wir sind überzeugt, dass wirtschaftlicher Erfolg, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz untrennbar miteinander verbunden sind. Die Unternehmensstrategie von Symrise beruht auf den drei Pfeilern Wachstum, Effizienz und Portfolio. Sie bezieht auf allen Ebenen Aspekte der Nachhaltigkeit ein, um den Unternehmenswert dauerhaft zu steigern und Risiken zu minimieren. Im Sinne unserer integrierten Unternehmensstrategie werden sie von Zielen und Maßnahmen entlang der vier Säulen Footprint, Innovation, Sourcing und Care unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten präzisiert und ergänzt. So machen wir Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil unseres Geschäftsmodells und zu einem klaren Wettbewerbsvorteil.
Die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit im Kontext von Nachhaltigkeit und die Erwartungen der Stakeholder an Symrise haben wir systematisch anhand einer Wesentlichkeitsanalyse bewertet (s.auch G4-18-22. Um die mit unseren Nachhaltigkeitsherausforderungen verbundenen Chancen und Risiken zu identifizieren, haben wir ein konzernweites Risikomanagementsystem etabliert. Dieses schließt nachhaltigkeitsrelevante Themen als Unterkategorie fast aller anderen Risikokategorien – von den Umfeld- und Branchenrisiken über die Beschaffungs- und Produktrisiken bis hin zu den Betriebsrisiken – mit ein. Chancen und Risiken, insbesondere in Bezug auf Klimawandel, Wasser und Biodiversität, werden vom Nachhaltigkeitsboard mindestens zweimal jährlich und über einen Horizont von mehr als sechs Jahren bewertet.

Wachstum

Mit mehr als 25 Fertigungsstätten weltweit entwickeln wir unsere Produkte vor allem in den Regionen, in denen wir sie verkaufen. Wir beziehen sie lokal und liefern die Materialien primär an Kunden nahe den Unternehmensstandorten – dadurch reduzieren wir verkehrsbedingte Emissionen deutlich. Zugleich erreichen wir kurze Lieferzeiten und mehr Flexibilität.
So haben wir uns entschieden, die Zwiebel – einen unserer wichtigsten Rohstoffe – so lokal wie möglich zu beziehen, üblicherweise in einem Umkreis von weniger als 100 Kilometern. Dadurch können wir den CO2-Footprint unserer Zwiebel im Vergleich zu herkömmlicher Ware um bis zu 75 % reduzieren. Zudem haben wir vor vier Jahren eine neue Produktionsstätte in Russland in Betrieb genommen, um den Transport hoher Rohstoffvolumen von Deutschland nach Russland zu vermeiden.

Effizienz

Wir haben alle deutschen Standorte nach ISO 50001 zertifizieren lassen und haben Maßnahmenpläne entwickelt, um unsere Energieeffizienz zu erhöhen. An den anderen europäischen Standorten wurden gemäß EED Energieaudits durchgeführt.
Auch für die meisten anderen Produktionsstandorte wird eine ISO 14001 Zertifizierung umgesetzt, unterstützt durch unsere TPM-Teams, die regelmäßige Analysen der Fertigungsprozesse durchführen, um Energie zu sparen und die Prozesseffizienz nachhaltig zu steigern.
Die Energiekosten haben einen wesentlichen Einfluss auf unsere Profitabilität und damit auch unsere Wettbewerbsfähigkeit. Darüber hinaus erfüllen wir die Erwartungen unserer Kunden und sind in der Lage, Mehrwehrt zu schaffen, indem auch unsere Kunden ihre CO2-Ziele erreichen.

Produktportfolio

Die Verarbeitung der Rohstoffe ist sehr energieintensiv, was erhebliche Auswirkungen auf die Betriebskosten mit sich bringt. Um Verluste zu vermeiden, verfolgen wir einen integrierten Ansatz, der es uns ermöglicht, Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen. Beispielsweise nutzen wir seit unserem letzten „Zwiebel-Optimierungsprozess” im Jahr 2015 mehr als 98 % der Zwiebel. Das zeigt: Optimierung ist unerlässlich für unsere Zukunft.
Unsere Mentholproduktion haben wir deutlich erhöht. Mit unserem synthetischen Material sind wir unabhängiger von natürlichem Menthol, welches im Vergleich eine zirka zehnmal höhere CO2-Bilanz aufweist. Dadurch sichern wir uns zudem eine langfristige Rohstoffverfügbarkeit. Auch für andere Rohstoffe arbeiten wir an entsprechenden Lösungen: Aktuell entwickeln wir einen Prozess, bei dem eines unserer umsatzstärksten Produkte anstatt auf Mineralölbasis auf Grundlage von erneuerbaren Nebenströmen anderer Industrien produziert wird.

Für die kontinuierliche Integration von Geschäft und Nachhaltigkeit haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Ein nachhaltiges Wachstum für Symrise erreichen wir nur, wenn unsere ökonomischen Bestrebungen auf vorausschauende und verantwortungsvolle Weise umgesetzt werden. Unsere wirtschaftlichen Ambitionen werden daher im Sinne unserer integrierten Unternehmensstrategie von Zielen und Maßnahmen entlang der vier Säulen unserer Nachhaltigkeitsagenda ausgestaltet.

Hinsichtlich unserer Ziele sind wir auf einem guten Weg. Die Auszeichnungen, die wir 2015 in den verschiedensten Bereichen erhielten, zeugen davon. Dennoch gibt es auch immer wieder Herausforderungen, auf die wir stoßen, an denen wir wachsen können, aber auch weiter konsequent arbeiten müssen.
So hat sich die Mitarbeiterfluktuation im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. Wir arbeiten daran, diese gemäß unserem Ziel im Bereich Care wieder zu senken. Für 2016 ist eine Mitarbeiterbefragung geplant, die uns dabei hilft, die Ursachen zu ermitteln um daraufhin geeignete Maßnahmen einzuleiten. Mit Blick auf unsere Ziele im Bereich Footprint und Sourcing stellte die Akquisition von Diana 2014 besondere Anforderungen an die Nachhaltigkeitsdatenerfassung: Hier gibt es nach wie vor weiteres Verbesserungspotenzial, wobei wir zuversichtlich sind, die Harmonisierung der Datenerfassung im kommenden Berichtsjahr erfolgreich anzuschließen. Auch hinsichtlich der gemeinsamen Lieferantenbewertung basierend auf SEDEX-Kriterien sowie der Standortzertifizierung sehen wir immer noch Nachholbedarf, den wir auch in 2016 konsequent angehen.